Epoxidharz richtig auftragen!
Epoxidharzboden richtig streichen
Ob Garage, Werkstatt, Keller oder Carport: Mit einer Epoxidharz-Rollbeschichtung machst du Beton- und Estrichböden widerstandsfähig und pflegeleicht. Hier erfährst du, wie du den Untergrund vorbereitest, die Komponenten richtig mischst und Schicht für Schicht sauber arbeitest.
*Richtwert bei etwa 20 °C. Laut Anleitung je nach Bedingungen nach etwa 12–24 Stunden.
Sicher arbeiten
Epoxidharz und Härter können Haut, Augen und Atemwege reizen sowie allergische Reaktionen auslösen. Trage geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Schutzkleidung und den laut Sicherheitsdatenblatt erforderlichen Atemschutz. Arbeite nur bei guter Belüftung. Vermeide Hautkontakt und reinige deine Haut niemals mit Aceton oder anderen Lösungsmitteln. Beachte vor der Verarbeitung die Produktetiketten und Sicherheitsdatenblätter.
Untergrund vorbereiten
Die beste Beschichtung hält nicht, wenn der Untergrund nachgibt oder verschmutzt ist. Nimm dir für die Vorbereitung ausreichend Zeit.
- Tragfähigkeit prüfen: Der Boden muss fest, trocken, sauber und frei von losen oder abblätternden Bestandteilen sein.
- Altbeschichtungen beurteilen: Tragfähige Epoxidharzbeschichtungen gründlich anschleifen. Acryl-, Dispersionsfarben und andere ungeeignete Altbeschichtungen vollständig bis auf einen tragfähigen Untergrund entfernen.
- Oberfläche aufrauen: Am besten mit einer Bodenschleifmaschine. Für kleinere Bereiche eignet sich grobes Schleifpapier mit Körnung 40–60. Die Oberfläche soll gleichmäßig griffig sein.
- Risse und Fugen prüfen: Ruhende Risse und Ausbrüche fachgerecht schließen. Bewegungs- und Dehnfugen dürfen nicht starr mit Epoxidharz überbrückt werden. Sie müssen ihre Funktion behalten.
- Gründlich reinigen: Öl, Fett, Staub und Schleifrückstände entfernen. Bei feuchter Reinigung den Untergrund vollständig trocknen lassen.
Praxistipp: Auf größeren Flächen spart eine gemietete Bodenschleifmaschine viel Zeit. Nach dem Schleifen gründlich saugen, damit kein Schleifstaub die Haftung beeinträchtigt.
Mischverhältnisse und Verbrauch
Jede Schicht hat ihr eigenes Mischverhältnis. Die Angaben beziehen sich auf Gewichtsteile, nicht auf Liter. Wiege Komponente A und B mit einer geeigneten Waage ab.
| Produkt | Mischverhältnis A : B | Verbrauch |
|---|---|---|
| Grundierung | 2 : 1 | ca. 250 g/m² |
| Deckfarbe | 4 : 1 | ca. 300 g/m² je Schicht |
| Transparente Schutzschicht | 2 : 1 | ca. 185 g/m² |
So mischst du richtig
- Prüfe, ob Harz und Härter zum selben Produkt gehören. Rühre Komponente A vor jeder Entnahme gründlich bis zum Gebindeboden auf.
- Wiege die benötigten Mengen exakt nach dem angegebenen Verhältnis ab. Verwende keine Mischverhältnisse anderer Produkte.
- Mische beide Komponenten 2–3 Minuten langsam mit maximal 450 U/min. Erfasse dabei Rand und Boden des Mischgefäßes.
- Topfe die Mischung in einen sauberen Eimer um und rühre noch einmal kurz durch. Verarbeite das Material anschließend zügig.
Wichtig: Nicht mit Wasser, Aceton oder Verdünnung strecken. Die Topfzeit liegt je nach Bedingungen bei etwa 20–40 Minuten. Mische nur so viel an, wie du in dieser Zeit verarbeiten kannst.
Grundierung auftragen
Die Grundierung verbessert die Haftung, bindet feinen Reststaub und verringert das Risiko von Blasen oder Ablösungen.
- Mischen: Grundierung im Verhältnis 2 : 1 nach Gewicht anmischen. Dabei die oben beschriebenen Mischregeln beachten.
- Ränder bearbeiten: Ecken, Ränder und Sockel mit einem Pinsel oder einer kleinen Rolle vorstreichen.
- Fläche rollen: Die Grundierung mit einer geeigneten Kurzflorwalze gleichmäßig auftragen. Pfützen und Fehlstellen vermeiden.
- Trocknen lassen: Nach etwa 20 Stunden prüfen, ob die Grundierung klebfrei und vorsichtig begehbar ist. Erst dann die nächste Schicht auftragen, möglichst innerhalb von 24 Stunden.
Richtverbrauch: ca. 250 g/m². Stark saugende und sehr raue Untergründe können mehr Grundierung benötigen.
Erste Deckschicht auftragen
Die Deckfarbe bildet die farbige Nutzschicht. Für sie gilt ausschließlich das Mischverhältnis 4 : 1 nach Gewicht.
- Farbige Komponente A vollständig aufrühren, bis Farbe und Konsistenz gleichmäßig sind.
- Komponente A und B exakt im Verhältnis 4 : 1 mischen, umtopfen und nochmals kurz rühren.
- Ecken, Sockel und Ränder zunächst mit einem Pinsel oder einer kleinen Rolle beschichten.
Rutschhemmung richtig dosieren: Mehr Quarzsand sorgt für eine griffigere Oberfläche. Über 1.000 g/m² kann Material lose liegen bleiben. Quarzsand oder Glasperlen niemals direkt in den Farbeimer mischen. Die genannten Mengen gelten für die Quarzsand-Streuung.
Zweite Deckschicht auftragen und fixieren
Die zweite Deckschicht verbessert die Deckkraft und sorgt für ein gleichmäßiges Farbfinish. Bei einer rutschhemmenden Oberfläche bindet sie das eingestreute Material.
- Richtigen Zeitpunkt abwarten: Lass die erste Deckschicht trocknen, bis sie klebfrei und vorsichtig begehbar ist. Das ist bei etwa 20 °C üblicherweise nach rund 20 Stunden möglich. Je nach Bedingungen kann es auch etwa 12–20 Stunden dauern. Entscheidend ist der Zustand der Fläche.
- Reinigen: Staub und Schmutz entfernen. Bei Quarzsand oder Glasperlen alle losen, nicht gebundenen Partikel gründlich abkehren und absaugen.
- Deckfarbe erneut mischen: Komponente A gründlich aufrühren und beide Komponenten im Verhältnis 4 : 1 nach Gewicht anmischen.
- Gleichmäßig auftragen: Die zweite Deckschicht mit einer neuen Kurzflorwalze dünn und gleichmäßig im Kreuzgang ausrollen. Bei Rutschhemmung genügend Material verwenden, damit die Körnung vollständig gebunden wird.
Das 24-Stunden-Fenster: Sobald die vorherige Schicht klebfrei und vorsichtig begehbar ist, kannst du weiterbeschichten, meist nach rund 20 Stunden. Die nächste Schicht möglichst innerhalb von 24 Stunden auftragen. Danach die Fläche sorgfältig anschleifen und vollständig entstauben.
Transparente Schutzschicht auftragen (optional)
Die zusätzliche Schutzschicht erhöht die Widerstandsfähigkeit der fertigen Oberfläche. Sie ist besonders bei hoher Beanspruchung, häufigem Reinigen oder regelmäßigem Kontakt mit Flüssigkeiten sinnvoll.
- Die vorherige Deckschicht ausreichend trocknen lassen. Oberfläche gründlich reinigen. Bei Überschreitung des 24-Stunden-Fensters zuerst anschleifen und entstauben.
- Die transparente Schutzschicht im Verhältnis 2 : 1 nach Gewicht mischen, umtopfen und nochmals kurz rühren.
- Mit einer neuen, fusselfreien Rolle gleichmäßig im Kreuzgang verteilen. Pfützen, Fehlstellen und unnötig dicke Bereiche vermeiden.
Richtverbrauch: ca. 185 g/m² auf glatten Flächen. Bei rauen Oberflächen kann der Bedarf höher liegen. Für eine matte Versiegelungsvariante gelten die Angaben des jeweiligen Produkts.
Trocknung und Belastbarkeit
Die folgenden Angaben sind Richtwerte bei etwa 20 °C. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Untergrund und Schichtdicke können die Zeiten verändern.
| Zustand | Richtwert |
|---|---|
| Vorsichtig begehbar | meist nach etwa 20 Stunden (Richtwert 12–20 Stunden) |
| Leicht mechanisch belastbar | nach etwa 1 Tag |
| Vollständig ausgehärtet und endfest | nach etwa 7 Tagen |
Bis zur vollständigen Aushärtung beachten
- Die Fläche vor Wasser, Regen, Tau und Kondenswasser schützen.
- Keine Fahrzeuge, schweren Maschinen oder schweren Lasten aufstellen.
- Öl, Reinigungsmittel und andere Chemikalien fernhalten.
- Keine Gummimatten, Folien oder Gegenstände dauerhaft auf der Fläche ablegen.
- Bei niedrigen Temperaturen mehr Zeit für die Aushärtung einplanen.
Verarbeitungsbedingungen: Luft, Untergrund und Material sollten mindestens 10 °C haben. Ideal sind etwa 20 °C und weniger als 65 % relative Luftfeuchtigkeit. Höhere Temperaturen verkürzen die Topfzeit.
FAQ zur Epoxidharz-Rollbeschichtung
Muss ich wirklich grundieren?
Eine Beschichtung ohne Grundierung ist grundsätzlich möglich, aber nicht empfehlenswert. Die Grundierung verbessert die Haftung und reduziert das Risiko von Blasen oder Ablösungen, besonders bei rohem Beton und Estrich.
Kann ich die nächste Schicht schon vor Ablauf von 24 Stunden auftragen?
Ja. Bei etwa 20 °C ist die vorherige Schicht häufig nach rund 20 Stunden klebfrei und vorsichtig begehbar. Sobald das der Fall ist, kannst du die nächste Schicht auftragen. Warte nicht pauschal 24 Stunden, denn die Überarbeitung sollte innerhalb dieses Zeitfensters erfolgen.
Was mache ich, wenn mehr als 24 Stunden vergangen sind?
Die vorherige Schicht vollständig und gleichmäßig anschleifen und anschließend gründlich entstauben. Erst danach die nächste Beschichtung auftragen.
Kann ich Quarzsand oder Glasperlen direkt in die Farbe mischen?
Nein. Streue die Rutschhemmung direkt in die noch frische Deckschicht. Das Einmischen im Farbeimer kann zu einer ungleichmäßigen Verteilung, Flecken und höherem Walzenverschleiß führen.
Wie reinige ich Rollen und andere Werkzeuge?
Nicht ausgehärtete Reste können mit Aceton entfernt werden. Reinige die Werkzeuge direkt nach der Verarbeitung und lass sie trocknen. Ausgehärtetes Material lässt sich nur mechanisch entfernen. Aceton niemals zur Hautreinigung verwenden.
Wie lagere ich Harz und Härter?
Unvermischte Komponenten dicht verschlossen, trocken und gut belüftet bei etwa 20–25 °C lagern. Vor Frost, Feuchtigkeit und Wasser schützen. Nach dem Zusammenmischen ist das Material nicht mehr lagerfähig und härtet auch in einem geschlossenen Behälter aus.
Wie entsorge ich Materialreste?
Flüssige, nicht ausgehärtete Reste gehören nicht in den Abfluss und müssen entsprechend den örtlichen Vorschriften als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Größere gemischte Restmengen können beim Aushärten starke Wärme entwickeln. Beachte hierzu unbedingt die Entsorgungshinweise der Produktanleitung und des Sicherheitsdatenblatts.
Alles für deine Bodenbeschichtung
Finde die passenden Produkte für deinen Boden oder lies die vollständige Anleitung mit allen Verarbeitungshinweisen und Sicherheitshinweisen.